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Abholzungsmaßnahmen entlang des Bauprojektes „Anschluss Ost“

Pressemitteilung vom 23.01.2013

Nachdem sich die Fraktionsmitglieder des Raunheimer Ortsverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vor Ort ein Bild über die Abholzungsmaßnahmen entlang des Bauprojektes „Anschluss Ost“ gemacht hatten, stellte sich die Frage, ob der Umfang der vorgenommenen Abholzung dem Bedarf zur Umsetzung der Stadtverordnetenbeschlüsse entspricht, aber auch, ob die Anforderungen des Naturschutzes berücksichtigt wurden. Auch besorgte Bürger hatten diese Fragestellungen an die Fraktion herangetragen. Dies veranlasste die Grünen, ein Gespräch mit der Stadt zu vereinbaren, um die offenen Fragen zu klären.

Dieses sehr informative Gespräch mit den Experten der Stadt und einem von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingeladenen Vertreter des BUND hat am 16.01.2013 in sehr angenehmer Atmosphäre stattgefunden. Die Fraktion der Grünen konnte sich davon überzeugen, dass die abgeholzte Fläche der Bauleitplanung entspricht und auch der Naturschutz von dem beauftragten Institut für Tierökologie und Naturbildung ausreichend beachtet wurde.

Zur Vermeidung der Gefährdung von streng und besonders geschützten Tierarten wurde im Dezember 2012 eine Baumhöhlenkartierung durchgeführt und im Anschluss daran am 04./05.01.2013 die Baumhöhlen als Lebensstätten kontrolliert. Keine der Baumhöhlen in den kartierten 19 Bäumen war aktuell besiedelt, sodass keine Umsiedelung vorgenommen werden musste und die Bäume zur Fällung freigegeben werden konnten.

Im Bereich der Aschaffenburger Straße wurde auch die Verbindungsstraße zur Gottfried-Keller-Straße vorbereitet. Zwar ist positiv zu erwähnen, dass man versucht hat, ein Minimum an Naturzerstörung zu erreichen, indem ein unversiegelter Fuß- und Radweg durch den verbliebenen Wald führen soll und nicht direkt an die Verbindungsstraße angefügt und versiegelt wird. Dennoch wird die Abholzung der Bäume in diesem Bereich von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehr bedauert, da der Ortsverband Raunheim nach wie vor der Auffassung ist, dass diese Anbindung nicht erforderlich ist, unnötig Natur zerstört und unnötige Kosten verursacht. 

Die Grünen bedauern, dass bei der Entscheidung, den Anschluss der Gottfried-Keller-Straße an die Aschaffenburger Straße der Bürgerwille nicht beachtet wurde, sondern ausschließlich der Wille der mit absoluter Mehrheit regierenden Raunheimer SPD. Es muss der SPD doch aufgefallen sein, dass die Bewohner des angrenzenden „Dichterviertels“ bei der letzten Kommunalwahl gerade den Parteien ihre Stimme gegeben haben, die sich klar gegen die Anbindung der Gottfried-Keller-Straße ausgesprochen haben.

Leider hat die Raunheimer SPD dem Wählerauftrag nicht die erforderliche Beachtung geschenkt, und die im Vorfeld getroffene Entscheidung nach Auswertung des Wählerwillens nochmals überdacht.